Aufbruch mit offenem Verdeck
Wenn ich an diesen Spätsommer zurückdenke, ist es zuerst der Wind, den ich wieder spüre – warm, salzig, unruhig in meinem Haar. Wir hatten das Verdeck unseres hellgelben Oldtimers zurückgeklappt, die Sonnenbrille tief in die Stirn geschoben und einfach losgelassen. Kein festes Ziel, nur eine Küstenstraße am Mittelmeer, die sich vor uns in endlosen Kurven entlang der Klippen schlängelte. In gestreiftem Top und weißen Shorts saß ich da und wusste: Genau das ist Freiheit.
Schon der Morgen davor hatte sich anders angefühlt als sonst. Wir hatten die Taschen locker gepackt, ohne großen Plan, nur mit dem Gefühl, dass wir irgendwann einfach losfahren würden, sobald das Licht schön genug wäre. Als der Motor ansprang und die ersten Häuser hinter uns zurückblieben, spürte ich dieses vertraute Kribbeln im Bauch, das sich immer einstellt, wenn ein Tag noch völlig offen vor mir liegt.

Eine Straße ohne Namen
Ich verrate euch bewusst nicht, wo genau diese Straße verläuft. Manche Orte sind schöner, wenn man sie sich selbst entdeckt, ohne dass ich sie vorwegnehme. Nur so viel: Immer wieder öffnete sich der Blick auf ein Meer in einem Türkis, das ich vorher nur von Postkarten kannte, und an einem Aussichtspunkt hoch über dem Wasser hielten wir einfach an, weil wir mussten. Ich lehnte mich an die Motorhaube, ließ die Sonne auf mein Gesicht scheinen und dachte, dass sich manche Bilder für immer einbrennen.
Die Straße selbst war eine eigene kleine Geschichte: mal eng zwischen Felsen geklemmt, mal weit ausholend an einer Bucht entlang, in der das Wasser in so vielen Blautönen schimmerte, dass ich sie gar nicht alle benennen konnte. An manchen Stellen duftete die Luft nach Pinien und warmem Stein, an anderen nach Salz und irgendwo, ganz leise, nach gegrilltem Fisch aus einer kleinen Garküche am Straßenrand. Jede Kurve brachte ein neues Bild, und ich hielt mein Gesicht einfach in den Wind, um alles auf einmal aufzunehmen.
Haltepunkte, die zählen
Ein Roadtrip lebt für mich nicht von der Strecke, sondern von den Pausen dazwischen. Wir hielten dort, wo der Ausblick uns rief, ließen Musik aus den Lautsprechern wehen, während die Sonne langsam tiefer stand und das Meer in Gold und Kupfer verwandelte. In solchen Momenten fühlt sich die Zeit dehnbar an, als könnte dieser eine Nachmittag ewig dauern, wenn man nur lange genug stehenbleibt und schaut. Manchmal sprachen wir kein Wort, weil die Aussicht ohnehin alles sagte.
An einem der Haltepunkte setzten wir uns einfach auf die warme Motorhaube, teilten uns ein Stück Obst und beobachteten, wie weit unten am Wasser winzige Segelboote lautlos ihre Bahnen zogen. Ich erinnere mich an das Gefühl, wie die Wärme des Blechs durch den Stoff meiner Shorts drang, während meine Haut langsam die Sonne des Tages speicherte. Solche Minuten brauchen keine Erklärung, sie sind einfach da, und genau das macht sie so kostbar.

Das kommt bei mir mit
- Eine große Sonnenbrille gegen Fahrtwind und gleißendes Licht
- Ein leichtes Halstuch für die Haare bei offenem Verdeck
- Eine Thermoskanne mit kaltem Tee für unterwegs
- Eine Playlist, die zur Laune des Tages passt
- Eine leichte Strickjacke für den Moment, wenn die Sonne untergeht
- Eine Kamera für die Momente, die kein Wort brauchen
Wenn ich jetzt, mit dem ersten kühlen Herbstwind vor dem Fenster, an diesen Tag zurückdenke, wird mir warm ums Herz. Es war einer dieser Nachmittage, die man nicht plant, sondern einfach geschehen lässt, und die einen noch lange begleiten, lange nachdem das Verdeck wieder geschlossen ist. Solche Erinnerungen nehme ich mit in jeden Herbst, der jetzt beginnt, und ich merke, wie sehr sie mich auch an grauen Tagen ein wenig lächeln lassen.


